MBA-Alumni stellen sich vor: Kristin Fuchs

Welche Möglichkeiten eröffnen sich Studierenden des MBA Performance Leadership nach erfolgreich absolviertem Studium? Um einen Einblick in die vielfältigen Karrierewege, die sich im Anschluss an diesen besonderen Studiengang ergeben können, zu ermöglichen, teilen Alumni ihre Erfolgsgeschichten mit uns.

Kristin Fuchs hat vor 10 Jahren den MBA Performance Leadership, der zu dem Zeitpunkt noch MBA Performance Management hieß, besucht. Im Anschluss daran arbeitete sie für einige Jahre als Marketingmanagerin und Teamleiterin im internationalen Vertriebsmarketing und entwickelte dort im Kontext ihrer Masterarbeit ein Kompetenzmodell für Führungskräfte.

Per MBA zur Führungskraft und dann zum Business Coach

Heute ist Kristin selbständig als Business Coach unterwegs und verhilft dem Geschäftsführer eines KMU ebenso wie der Unternehmerin, den Fach- und Führungskräften ebenso wie High Potentials aus dem Mittelstand zu echter Identität und scharfem Profil. Das Ziel: mehr Erfolg und Zufriedenheit zu erlangen – ohne dabei das Bedürfnis nach Sicherheit zu gefährden.

In ihrem Vortrag, den sie den Studierenden aus ihrem Berufsalltag mitgebracht hat, geht es Kristin darum aufzuzeigen, wie sich Emotionen bei Menschen zeigen und wie sie sich innerhalb des Arbeitskontextes funktional und konfliktvermeidend einsetzen lassen.

Zum Auftakt ihres Vortrags zeigt Kristin ein Augenpaar in Großaufnahme und lädt die Studierenden ein, zu erkennen, welche Emotion sie allein anhand dieser Augen aus dem gezeigten Gesicht ablesen können. Des Rätsels Lösung ist dann nicht allein das Erkennen der hier gezeigten Emotion „Ärger“; was Kristin mit diesem Beispiel vor allem verdeutlichen möchte, ist die Wichtigkeit, die Emotionen des Gegenübers überhaupt zu erkennen. Warum ist das so wichtig? Weil der Umgang miteinander dann sehr viel einfacher wird und vor allem auch Konflikte schneller erkannt und gelöst werden können.

Insgesamt gibt es 12 Primäremotionen: Schuld, Angst, Trauer, Scham, Interesse, Liebe, Freude, Ärger, Ekel, Verachtung, Stolz, Überraschung. Vor allem die ersten 10 Emotionen sind es, die uns kulturübergreifend begleiten. Kristin unterteilt diese in offensive, defensive und kooperative Emotionen. Die Einteilung in positive und negative Emotionen hingegen hält Kristin für wenig hilfreich; denn darin steckt implizit, bestimmte Gefühle nicht haben zu dürfen. Alle Emotionen jedoch haben eine Schutzfunktion. So hat Ärger beispielsweise die Funktion, ein Zielhindernis zu beseitigen oder zu überwinden – und ohne diesen Impuls kämen wir im Leben oft nicht weiter. Das dahinterstehende Bedürfnis ist das der Selbstwirksamkeit.

Transportiert werden Emotionen u.a. über die Mimik, und das sogar noch wahrhaftiger als über Worte. Und es ist natürlich gut, diese Mimikausdrücke kennen und lesen zu lernen. Für ihre Arbeit hat sich Kristin auf dieses Profiling spezialisiert. So ist ihr Coaching noch effektiver und effizienter, zum Beispiel, wenn sie am Gesicht ihrer Coachees sieht, dass das Gesagte nicht mit dem übereinstimmt, was der Coachee ganz offensichtlich fühlt.

Die bunte Vielfalt der Führung

Noch einmal deutlicher wird diese von Kristin „bunte Vielfalt der Führung“ genannte Emotionalität am Motivkompass®. Dieser Ansatz zeigt die vier Grundmotive in vier Farben: Inspiration und Leichtigkeit (gelb), Durchsetzung und Einfluss (rot), Ordnung und Stabilität (blau) sowie nach Harmonie und Geborgenheit (grün). Diese vier Motive trägt jeder in sich – aber die Ausprägungen sind individuell unterschiedlich bunt gemixt und bedingen unterschiedliche Verhaltensweisen oder Talente. Bei den einen sind Inspiration und Leichtigkeit stärker ausgeprägt, bei den anderen Ordnung und Stabilität und so weiter.

Anhand des Motivkompasses können Führungskräfte nun sowohl sich selbst als auch ihre Gegenüber besser einordnen und kennenlernen. Ablesen lässt sich aus dem Motivkompass zudem der Entwicklungspfad hin zu einer ausgeglichenen Persönlichkeit. So liegen sich in diesem Kompass beispielsweise Durchsetzung/Einfluss (rot) und Harmonie/Geborgenheit (grün) gegenüber. Eine allzu durchsetzungsstarke und Ich-orientierte Persönlichkeit kann lernen, vom Ich ins Wir zu kommen oder andere nicht nur zu befehligen, sondern wirklich mitzunehmen und zu beteiligen. Die Gefahr ist, besonders in Stresssituationen, einem Motivfeld bzw. eine Emotion dysfunktional zu übersteuern.

Im Fall von z.B. übersteuerten Ärger (rotes Motivfeld) nehmen wir eine fast kriegerische und dominierende Haltung anderen gegenüber ein. Übersteuerte Angst hingegen (blaues Motivfeld) macht uns handlungsunfähig. Aber auch angenehme Emotionen, wie Freunde können übersteuern und uns manisch werden lassen und die Bodenhaftung verlieren.

Es geht bei alldem also um die Fähigkeit der Emotionsregulation, d.h. die eigenen Bedürfnisse und Motive sowie die der Mitarbeitenden funktional einzusetzen.

Bis heute erinnert sich Kristin an die Vorlesung über werteorientierte Kommunikation, die sie im MBA Performance Leadership besucht hatte. Auch das ist ein Teil ihrer heutigen Arbeit geworden.

Vielen Dank, Kristin Fuchs, für diese Reise in die Welt unserer eigenen Emotionen und ebenso in die unserer Mitmenschen, Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

Mehr Informationen zu Frau Fuchs und Ihrer Arbeit finden Sie unter: www.kristinfuchs.de

Christian OttoChristian Otto
Studiengangskoordination MBA Performance Leadership

Digitaler Fingerabdruck:
„Die Digitalisierung verändert mehr als das Medium.“

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