Der Roboter im Klassenraum – ein Projekt zur Inklusion in Schulklassen

Wie können Schulkinder, die aus gesundheitlichen Gründen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können, dennoch in den Unterricht inkludiert werden? Mit einer spannenden Lösung dieses Problems befasst sich jetzt das internationale Projekt „InClass“: Die teilnehmenden Forscherinnen und Forscher untersuchen, inwieweit Telepräsenz-Roboter geeignet sind, Schulkinder auch über weite räumliche Distanz hinweg am Schulunterricht teilhaben zu lassen. Dabei geht es nicht nur um die reine Stoffvermittlung, sondern in besonderem Maße auch um die soziale Einbindung nicht anwesender Kinder in ihr Schulsystem.

Die Projektpartner des InClass-Projekts und deren jeweilige Standorte.

Offizieller Startpunkt des zunächst auf zwei Jahre ausgelegten Erasmus+-Projekts war der Februar dieses Jahres. Das erste persönliche Treffen aller Projektpartner fand jetzt an der Leuphana Universität Lüneburg statt. Neben der Leuphana, vertreten durch Prof. Dr. Sabine Remdisch als Leiterin der LeadershipGarage, trafen sich an diesem 12. und 13. Mai 2022 die Vertreterinnen und Vertreter der teilnehmenden Organisationen: Syddansk Universitet (Sonderborg), Blue Ocean Robotics Aps (Odense), Universita Degli Studi Di Napoli Federico II (Napoli), Fundatia EOS – Educating for an Open Society (Timisoara), Cyprus Computer Society (Lefkosia), und Valsts Izglitibas Satura Centrs (Riga). Ziel dieses Treffens war es, die gemeinsame Arbeit für die anstehende Projektzeit zu planen.

Die Vertreterinnen und Vertreter des InClass-Projekts bei ihrem Kick-off im Februar dieses Jahres.

Von realen Hürden zur digitalen Empathie

Erforscht wird der Roboter im Klassenraum aus den verschiedensten Perspektiven – wie zum Beispiel: Welche Hürden hat der Telepräsenz-Roboter seitens der Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitungen, Eltern und Kinder zu nehmen? Wie wird der Roboter von Kindern wahrgenommen, welche Probleme können auftreten und welche Chancen können sich ergeben? Wie können vorhandene Telepräsenz-Roboter speziell auf ihren Einsatz in Schulen hin optimiert werden? Und wie könnten sie auch den internationalen Austausch zwischen Schulklassen fördern?

Ziel aller Untersuchungen ist es, Telepräsenz-Roboter optimal in den Schulunterricht einzubinden. Dazu gehört unter anderem eine Bedarfsanalyse zum tieferen Verständnis der Befürchtungen aller Beteiligten wie auch deren in das Medium gesetzten Hoffnungen. Zentral sind zudem die Kinder und deren Umgang und Empfinden hinsichtlich ihrer neuen „Klassenkameraden“. Und nicht zuletzt geht es um den unmittelbaren Austausch mit den Entwicklern von Telepräsenz-Robotern, um diese mit den Untersuchungsergebnissen zu füttern und darüber hinaus Handlungsempfehlungen für Lehrerinnen und Lehrer im Zusammenspiel mit Telepräsenz-Robotern zu formulieren.

Konkrete Erfahrungen im Umgang mit Telepräsenz-Robotern in Organisationen bringt die LeadershipGarage in dieses Projekt ein. Hier gab es bereits erste Untersuchungen, wie sich über Telepräsenz-Roboter Vertrauen in der Zusammenarbeit von Führungskräften und Teams auf Distanz aufbauen und entwickeln lässt. Und auch die Bedeutung und Entwicklung digitaler Empathie zählt zu den Forschungsthemen des LeadershipGarage-Teams.

Mehr über das InClass-Projekt (bei der SDU).

Und wer mehr über die Erfahrungen mit Telepräsenz-Robotern in Unternehmen wissen möchte, wendet sich gern an Kim Sharie Wuttke.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.