Teambuilding braucht kein Büro. Aber gute Ideen.

Bei ihrem jüngsten Treffen im Rahmen des Innovation Space der LeadershipGarage beschäftigten sich die Teilnehmenden mit dem wichtigen Thema Teambuilding. Die zentrale Rolle des Teams in Unternehmen und Organisationen ist hinlänglich bekannt. Umso mehr stellt sich daher die Frage, wie Teambuilding auch im Zeitalter der digitalen Arbeitswelt, in der immer mehr und aktuell fast ausschließlich auf Distanz gearbeitet wird, gelingen kann? Welche Möglichkeiten oder auch Unmöglichkeiten bieten digitale Settings für die Entwicklung und Zusammenarbeit von Teams? Und wie kann Teamentwicklung und Teamarbeit in den sicher immer stärker herausbildenden hybriden Arbeitsmodellen funktionieren?

Um dieses Thema nicht nur theoretisch, sondern auch ganz praktisch zu diskutieren, hatte die LeadershipGarage mit Christoph Drebes auch dieses Mal einen spannenden Speaker zu Gast.

Teambuilding bei MysteryMinds – die LeadershipGarage diskutiert mit Christoph Drebes

Christoph ist Mitbegründer und Geschäftsführer von Mystery Minds. Mystery Minds entwickelt innovative digitale Tools, die das persönliche Miteinander in Unternehmen und Organisationen fördern, beflügeln und fruchtbar machen. Das HR-Tech-Unternehmen wurde 2015 in München gegründet und betreut heute rund 125 Kundenunternehmen in 55 Ländern. Wer nun aber denkt, dieser Erfolg würde sich mittlerweile auch in einer räumlichen Expansion breitmachen, also in immer mehr Büroräume auf immer größeren Büroflächen, der irrt: Seit Oktober letzten Jahres hat Mystery Minds gar kein firmeneigenes Büro mehr; gearbeitet wird nur noch im Home-Office bzw. von jedem beliebigen Ort der Welt aus. Erst kürzlich wurde eine Mitarbeiterin in Dubai eingestellt, die auch ausschließlich von dort aus arbeitet. Wer die Mitarbeitenden dieses Unternehmens dirigiert, muss also wissen, wie erfolgreiche Teamarbeit auf digitalem Wege und auf Distanz geht. Und genau das erläuterte Christoph anhand ganz praktischer Tipps in seinem Vortrag.

Persönlich muss es bleiben

Remote Work stellt Unternehmen, Mitarbeitende wie Führungskräfte vor große Herausforderungen. Neben den technischen Voraussetzungen, die für das digitale Arbeiten auf Distanz gegeben sein müssen, stellen insbesondere das Onboarding, also das Einstellen und Einarbeiten von neuen Mitarbeitenden, oder auch die Kreativitäts- und Innovationsentwicklung häufige Herausforderungen dar. Egal wie digital die Zukunft sein wird: Es sind die Menschen und persönlichen Verbindungen, die diese Zukunft ausmachen, meint Christoph. Und gerade die persönliche Verbindung, der zwischenmenschliche, oft auch informelle Austausch zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften und insgesamt das soziale Wohlgefühl sind für die oben genannten Themen in Unternehmen essentiell. Um diese persönlichen Verbindungen auch über Distanz und digitale Medien aufrechtzuerhalten, hat Mystery Minds verschiedene Tools ins Unternehmen eingebaut. Und einige davon hat Christoph heute mitgebracht, um sie den Teilnehmenden dieser LeadershipGarage vorzustellen.

14 praktische Tipps für die persönliche Verbindung auf Distanz

Das erste Tool ist der „Social Friday“ bei Mystery Minds. An jedem Freitagmorgen finden sich alle Mitarbeitenden und Führungskräfte zusammen, um die gemeinsam verbrachte Woche noch einmal Revue passieren zu lassen. Das fördert die Transparenz zu beiden Seiten – jeder wird gesehen und jeder fühlt sich mit seinen für das Unternehmen erbrachten Leistungen gesehen. Um diese erbrachten Leistungen geht es auch im zweiten Tool, dem „Thank You“-Channel. Hier kann jeder jedem einfach einmal Danke sagen für besondere Unterstützung in besonderen Situationen oder auch die alltäglichen Hilfs- uns Serviceleistungen untereinander; für die technische Umsetzung ihres Thank-You-Channels nutzt Mystery Minds das Digitaltool Slack. Auch auf gemeinsame Kinobesuche müssen die Mystery-Minds-Mitarbeitenden nicht verzichten, denn dazu trifft man sich dort einfach virtuell zur Netflix- oder YouTube-Party. Ein ungezwungenes Miteinander der Kolleginnen und Kollegen versprechen auch Events wie die virtuelle Weinprobe oder die Online Teamspiele; für die Online Teamspiele werden teilweise sogar ganz alte Spiele wieder hervorgekramt und regelrechte Video-Game-Revivals gestartet, berichtet Christoph.

Ein echtes Highlight ist der Mystery Coffee, der zudem eine Entwicklung aus dem eigenen Hause Mystery Minds ist: Per Algorithmus werden die teilnehmenden Interessenten einander zugelost, und die so zusammengebrachten Kaffeepartner haben bei ihrer virtuellen Kaffeepause dann Gelegenheit, sich auszutauschen, neue Netzwerke zu spinnen oder auch direkt neue Ideen miteinander zu entwickeln. Um spannende Anstöße geht es auch im nächsten von Christoph mitgebrachten Tool, den Knowledge Drops. Die dahinterstehende Idee ist, dass jeder etwas kann, was kein anderer kann. Und so wird an dieser Stelle jedem Mitarbeitenden die Gelegenheit gegeben, genau das zu benennen, was sie oder er besonders gut kann. Dadurch können die Mitarbeitenden auf einen immer größer werdenden Fundus des internen Wissens, eine Art interne Kompetenzdatenbank zurückgreifen und die für ein spezifisches Probleme idealen Kolleginnen und Kollegen herausfiltern. In diese Richtung zielt auch die Projektübersicht für alle. Etabliert wurde der Überblick über alle im Hause laufenden Projekte über die digitale Applikation TeamGantt. Ziel ist es, eine teamübergreifende Klarheit über alle projektbezogenen Verantwortlichkeiten und Timelines zu schaffen.

An diesem Punkt setzt auch das Wissensmanagement-Tool bei Mystery Minds an, indem es alle Informationen, die für alle Teammitglieder relevant sein können, verlinkt. Dafür nutzt Mystery Minds die Anwendung Notion. Für den direkten persönlichen Austausch im Rahmen von Workshops sorgt die virtuelle Pinnwand: Mittels der digitalen Anwendungen Mural und Miro können Mitarbeitende aus ihren Home-Offices heraus ideal zusammenarbeiten, gemeinsame Ideen entwickeln und brainstormen. Nach Christophs Erfahrung würde dieses Prinzip oft sogar besser funktionieren als das Hantieren mit Zetteln, Moderationskarten und Post-its in Präsenz-Settings. Und womit beschäftigen sich die Kolleginnen und Kollegen, was tun sie gerade? Um darüber in Kommunikation zu kommen, setzt Mytery Minds das Job Shadowing ein und matcht die Mitarbeitenden zum kurzfristigen Einblick in den Job des jeweils anderen. Technisch funktioniert es ganz einfach über E-Mail und Excel. Dieses Tool baut Mystery Minds mittlerweile übrigens auch für andere interessierte Unternehmen.

Mit Work from Anywhere bietet Mystery Minds den Mitarbeitenden sinnvolle Möglichkeiten der Arbeit von jedem beliebigen Ort aus an. Und um das jetzt auch im großen Stil einmal ganz praktisch und konkret auszuprobieren, plant das Unternehmen einen kurzfristigen Umzug nach Madeira für alle Mitarbeitenden, die sich für eine Zeit lang von zuhause freimachen können und das Arbeiten in der Fremde einmal hautnah erleben möchten.

Zum Schluss seiner umfangreichen Ideenpräsentation betont Christoph Drebes noch einmal, wie wichtig gerade das Ausprobieren verschiedener Formate, Tools und Ideen sei. Bei Mystery Minds werden neue technische Errungenschaften daher regelmäßig und systematisch getestet und auf deren Brauchbarkeit für die eigenen Unternehmensziele und -werte hin geprüft.

Es sind, wie die von Christoph mitgebrachten Beispiele zeigen, oft schon die kleinen Ideen, mit denen die persönlichen Verbindungen im digitalen Miteinander gefördert werden können, und manchmal sind schon geringe Investitionen ausreichend, die dann sehr positive Wirkungen entfalten können.

Eigenen Austausch fördern: LeadershipGarage Learning

Auch für die LeadershipGarage ist Mystery Minds jetzt tätig geworden und hat gemeinsam mit uns die neue Plattform LeadershipGarage Learning entworfen. Diese Plattform funktioniert nach dem Prinzip: Was willst du lernen – was kannst du vermitteln? Diese beiden Aspekte werden über LeadershipGarage Learning gematcht und die Teilnehmenden dann zum Austausch über das, was sie vom anderen lernen und das, was sie dem anderen vermitteln können, zusammengebracht. Jeden Monat neu.

Vielen Dank, Christoph Drebes von Mystery Minds, für die vielen praktischen Tipps rund um das persönliche Miteinander in der digitalen Arbeitswelt!

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