Mit der Masterclass bei umlaut

Im Rahmen unseres MBA-Studiums beschäftigen wir uns auch mit Change-Prozessen in Unternehmen. Wir lernen, was erfolgreiches Changemanagement ausmacht – in der Theorie und ebenso auch an praktischen Beispielen. Um ein solches Praxisbeispiel ging es in unserer letzten Blockwoche, in der wir unter anderem das Unternehmen umlaut besuchten, das sich zurzeit mitten in einem Change-Prozess befindet.

umlaut ist ein international aufgestelltes Full-Service-Unternehmen, das sich auf technologische und organisatorische Beratungs- und Umsetzungsleistungen für verschiedene Industrieren konzentriert. Dass der Firmenname kleingeschrieben wird, darf über die Größe nicht hinwegtäuschen: umlaut ist weltweit an über 50 Standorten mit rund 4.300 Mitarbeitenden aus über 80 Nationen vertreten und seit mittlerweile über 20 Jahren am Markt. Interessant für uns sind diese Daten deshalb, weil Veränderungsprozesse in so großen Unternehmen natürlich ganz besondere Herausforderungen darstellen – sie müssen über alle Ländergrenzen hinweg und somit auch durch die verschiedenen Kulturen hindurch umgesetzt werden. Wie lief das bei umlaut?!

Change-Prozesse sind Kommunikationsprozesse

In der Hamburger Dependance, die wir heute besuchen, werden wir in den Besprechungsraum nahe der Produktionshalle geführt. Hier werden Feuerlöscher für die Kabinen in Airbus-Flugzeugen gefertigt. 2017 hat umlaut für das Modell „HAFEX“ sogar den Airbus Innovation Award gewonnen. Auf dem Besprechungstisch sehen wir Schreibunterlagen, Postkarten, Fähnchen; an der Wand Girlanden – und eine Stofftasche mit der Aufschrift „bag in bläck“. Falsch geschrieben? Nicht für die Firma umlaut, wie wir gleich erfahren werden.

Bis vor Kurzem war umlaut noch die P3 group AG. Von unserer heutigen Gastgeberin Cara Roltsch und Team erfahren wir, wie es zu dem neuen Namen kam, wie er nun schrittweise eingeführt wird und welchen partizipativen Anteil auch die Mitarbeitenden an diesem Prozess haben: Irgendwann einmal wurden an den allgemeinen Hinweisschildern, aber auch in der Bürokommunikation Pünktchen auf Vokale gesetzt, und zwar quer durch die Bank. Es entstanden daraufhin Begriffe wie „Hellö“ oder „on töp“. Umlaute, wohin das Auge schaut. Bei einer Kickoff-Geburtstagsparty im Oktober war der neue Name dann geboren und steht seitdem für das berühmte Tüpfelchen auf dem i: Genau so, wie die Pünktchen aus dem Vokal einen besonderen Buchstaben machen, will auch umlaut ein Unternehmen sein, das mehr macht als normalerweise, das immer noch die Extrameile geht und den Kunden Mehrwerte liefert. Der neue Name ist hier also zugleich das Programm für den gesamten Change-Prozess.

Ein Unternehmen, das selbst Beratung für Veränderungsprozesse anbietet, wird sich nun auch einmal selbst umkrempeln. Für uns Performance Manager ist das natürlich ein besonders spannender Fall. An diesem Beispiel können wir sehen, wie Change in einem großen Unternehmen auf den Weg gebracht wird, wie die Mitarbeitenden in diese Prozessen mitgenommen werden und dass Change einen kontinuierlichen Kommunikationsprozess braucht, um die einzelnen Schritte mit ihren immer wieder kleinen Zwischenschritten quer durch das Unternehmen zu tragen.

Außer vielen neuen Eindrücken nehmen wir natürlich auch Zukunftsfragen mit nach Hause: Wie wird es mit dem Rebranding weitergehen, welche beabsichtigten, aber eventuell auch nicht intendierten Veränderungen werden eintreten? Wird sich das Commitment verändern? Eint das Rebranding die Mannschaft und schafft es Aufbruchstimmung? Welche Auswirkungen wird es auf das Employer Branding haben – welche neuen, anderen Zielgruppen werden dadurch angesprochen? Die Frage wird auch sein, welche Kompetenzen und Fähigkeiten diese neuen Mitarbeitergenerationen dann mitbringen. Zudem hängt der Erfolg dieses Change-Prozesses natürlich auch ganz stark davon ab, wie der Kunde den neuen Namen aufnimmt, ob er sich dadurch immer noch angesprochen fühlt.

„We enable Chänge“, sagt umlaut; und wir werden den Veränderungsprozess, den das Unternehmen nun auch in eigener Sache unter diesem Slogan angestoßen hat, sicher noch weiter beobachten.

Für heute sagen wir schon einmal ein herzliches Dankeschön für diesen lehrreichen Tag und die tolle Gastfreundschaft!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.