Durch die Pandemie haben sich viele Bereiche unseres Lebens verändert. Nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch die Art der Kommunikation verlagerte sich zu großen Teilen in den digitalen Raum. Gespräche erfolgen nun nicht mehr direkt, sondern bedingen Tools, die Informationen übermitteln. Beim Videotelefonieren kann man dem Gesprächspartner zwar in die Augen schauen, dieser weiß allerding nicht, ob sein Gegenüber dies tut oder gerade einen Text oder ein Bild auf seinem Display betrachtet. Auch die steigende Kommunikation über E-Mail oder Messenger-Programme macht die Emotions- oder Stimmungserkennung schwieriger und führt nicht selten zu Missverständnissen. In der Emotionsforschung befasst sich der Bereich Affective Computing mit der Analyse von Stimme, Gestik und Mimik anhand von Sensoren und dem Einsatz von Machine Learning (Hahn et al., 2020, S.24). Reaktionen und Stimmungen können dadurch zuverlässig gelesen und ausgewertet werden (Schildhauer et al., 2019, S.21). Machine Learning setzt dabei auf technologische Verfahren, um die Fähigkeiten des Menschen zu unterstützen (Grum et al., 2020, S.3). Facial Coding registriert zum Beispiel die Emotionen aus den Gesichtszügen und umgeht damit Verzerrungen, da die Analyse unmerklich für den Beobachteten/die Beobachtete erfolgt (Hahn et al., 2020, S.25). Die Analyse solcher Informationen stellt für Führungskräfte in Unternehmen heute ein wichtiges Steuerungsinstrument dar (Bahnholzer, 2019, S.162).
Trend und Leadership
In der digitalen Kommunikation stehen sich Sender und Empfänger nicht mehr direkt gegenüber. Stimmungen und Emotionen müssen diese Distanz erst einmal überwinden. „Als aktiver digitaler Kommunikator sollte die Führungskraft die stetige Kommunikation zu und unter den Mitarbeitern ermöglichen und durch Optionen der Echtzeitrückkopplung die Transparenz im Hinblick auf Innovationen, Zielen und Strategien erhöhen (Schönfelder, 2019, S. 206).“ In Zeiten der Digitalen Arbeit stellt das Führungskräfte vor ganz neue Herausforderungen.