Instagram – ein Newcomer im Employer Branding Business

Hashtags wie #JobAlert, #CareerBreakfast oder #LoveYourJob sind in den sozialen Netzwerken immer häufiger zu lesen. Facebook, Twitter, Xing – mittlerweile allgemein bekannte soziale Medien, über die Unternehmen bereits aktiv versuchen, ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern. Das Portal Instagram ist noch ein Neuling auf diesem Gebiet.

Es ist Sonntagmorgen, ich liege noch entspannt im Bett und scrolle durch meinen Instagram-Feed. Fein angerichtete Frühstücksgerichte, die neue Fitness 30 Days-Shred-Challenge, eine alte Bekannte auf den Malediven – und plötzlich zwischendrin ein Bild von tomtailor_careers: (Bild: Instagram: TomTailor_careers).

Erst auf den zweiten Blick erkenne ich, dass es sich hierbei um einen gesponserten Post handelt. Ich bin leicht verwundert – ein Jobangebot habe ich auf Instagram noch nie gesehen, aber zugleich hat dieses Bild meine Aufmerksamkeit geweckt und mich neugierig gemacht. Ich will mehr erfahren und klicke auf den Account.

Instagram ist eine kostenlose Online-Applikation zum Teilen von Bildern und Videos und wurde vor knapp sechs Jahren gegründet. Bis zum heutigen Zeitpunkt hat sich Instagram stark verändert und weiterentwickelt. So wurden beispielsweise im Frühjahr 2015 Schritt für Schritt Werbemaßnahmen eingeleitet. Zum heutigen Zeitpunkt wird ein breites Spektrum an Werbung auf Instagram gepostet – von trendigen Sonnenbrillen über neuste Müslikreationen von myMuesli bis hin zu dualen Studiengängen an der IUBH, einer internationalen Hochschule. Dabei wird die Werbung immer personalisierter und orientiert sich an den Präferenzen der Nutzer.

Werbe-Posts erscheinen zwischen den abonnierten Bildern in dem Feed der Instagram User und sind in der oberen rechten Ecke mit einem „Gesponsert“-Symbol gekennzeichnet. Nutzer können mit nur einem Touch auf dem Display zu dem Account weitergeleitet werden, direkt einkaufen oder auf der offiziellen Website landen.

Aber welche Vorteile bietet Instagram deutschen Unternehmen nun gegenüber anderen sozialen Netzwerken? Hier habe ich die – aus meiner Sicht – drei größten Vorteile knapp zusammengefasst:

  • Globale Nutzung

9 Mio. der weltweit knapp 400 Mio. Nutzer von Instagram stammen allein aus Deutschland – so eine Studie auf Statista.com. Diese enorme Reichweite spricht bereits für sich. Mit einem sehr geringen Aufwand kann eine riesige Bandbreite an Menschen erreicht werden. Über die Hälfte der deutschen Nutzer sind online-aktive Erwachsene, darunter fallen zu ca. 40 % junge Erwachsen zwischen 20 und 29 Jahren. Exakt diese Altersgruppe entspricht der typischen Zielgruppe von Unternehmen bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter.

  • Virale Verbreitung

Instagram ist ein Medium, über das Informationen und Inhalte wahnsinnig schnell verbreitet werden. Mithilfe von Hashtags lassen sich innovative, knackige Slogans und Sprüche formulieren oder aber Beiträge können mit bereits weitverbreiteten Hashtags „getagt“ werden, um so eine virale Vernetzung der Information zu starten. Als positive Konsequenz ergibt sich daraus eine gesteigerte Bekanntheit des gesamten Unternehmens. Zusätzlich gibt es auf Instagram die Funktion des Reposts. Das bedeutet, dass jemand, der ein Bild sieht, das ihm gefällt, dieses „reposten“ kann – sprich in seinem eigenen Feed erscheinen lassen und so direkt das Bild mit seinen privaten Followern teilen kann.

Eine weitere Möglichkeit, die Publikation eines Bildes zu fördern, besteht darin, dass Menschen Beiträge mit einem Herz markieren sowie einen Kommentar daruntersetzen und somit andere Personen verlinken können. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die verlinkte Person sich ebenfalls mit dem Beitrag auseinandersetzt. Automatisch und weiterhin ohne großen Aufwand aus Sicht der Arbeitgeber wird die Bekanntheit des Unternehmens – in diesem Fall die Bekanntheit des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber – gesteigert.

  • Visual Storytelling

Als letzten und meiner Meinung nach größten Benefit von Instagram als Medium zur Verwendung von Employer-Branding-Strategien für Unternehmen sehe ich die Möglichkeit des Visual Storytellings. Während die linke Hälfte unseres Gehirns u. a. für das logische Denken und Lesen zuständig ist, befasst sich die rechte Gehirnhälfte hauptsächlich mit Sinneseindrücken, Emotionen und Gefühlen. Das bedeutet, dass in der Gehirnhälfte, in der Bilder wahrgenommen und verarbeitet werden, gleichzeitig auch Gefühle ausgelöst werden. Generell kann man sagen, dass 90 % der Informationen, die an unser Gehirn weitergeleitet werden, visuell sind. Allgemein erhöhen Bilder die Bereitschaft der Verarbeitung einer Information um 80 % gegenüber verschriftlichen Texten. Diese Fakten sprechen für sich! Mithilfe von kleinen Bildern und kurzen Videos kann ein Unternehmen seine Arbeitgebermarke sehr einfach, aber umso effizienter emotional aufladen.

Aus meiner eigenen Erfahrung als Instagram-Nutzerin schließe ich, dass diese Employer-Branding-Strategien bei uns – den jungen Erwachsenen – sehr gut ankommen und es eine erfrischende Abwechslung ist, auch mal auf diese Art und Weise ein Jobangebot zu bekommen. Insbesondere die US-amerikanischen Unternehmen sind bereits voll im Rennen und zeigen eine Top-Performance auf Instagram.

Dazu kann ich nur sagen: „Deutsche Unternehmen, legt mal ’nen Zahn zu!“

(Bilder: „instagram_amtrakcareers“, „instagram_pgcareers“, „instagram_google“)

Literatur und Studien

 Anzahl der Nutzer von Facebook und Instagram in Deutschland im Jahr 2016 (in Millionen). Online verfügbar unter: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/503046/umfrage/anzahl-der-nutzer-von-facebook-und-instagram-in-deutschland/. Letzter Zugriff am: 28.06.2016.

Geschätzte Verteilung der Instagram-Nutzer in Deutschland nach Altersgruppen im Oktober 2015 (in Millionen). Online verfügbar unter:
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/469542/umfrage/verteilung-der-instagram-nutzer-in-deutschland-nach-altersgruppen/. Letzter Zugriff am: 28.06.2016.

Ranking der größten Social Networks und Messenger nach der Anzahl der monatlich aktiven Nutzer (MAU) im Juni 2016 (in Millionen). Online verfügbar unter: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/181086/umfrage/die-weltweit-groessten-social-networks-nach-anzahl-der-user/. Letzter Zugriff am: 28.06.2016.

Goldstein, E. Bruce: Wahrnehmungspsychologie. Der Grundkurs. 7. Auflage. Heidelberg, 2008.

 

Antonia FemersAntonia Femers
Major Wirtschaftspsychologie, Minor BWL - 6. Semester (Auslandssemester in Spanien), Mitglied bei Contact & Cooperation Lüneburg e.V. – studentische Unternehmensberatung.

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