Gesundheit in der digitalen Arbeitswelt

Welche Auswirkungen hat die „Arbeitswelt 4.0“ auf die Gesundheit der Beschäftigten? Das diskutierte die BILD am Sonntag jetzt in Berlin und lud Prof. Dr. Sabine Remdisch als Expertin zur Podiumsdiskussion.

Über 200 interessierte Zuhörer finden sich zu der prominent besetzten Diskussionsrunde im Berliner Axel-Springer-Haus ein. Neben der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles (SPD), und Dr. Christian P. Illek, Vorstand Personal Deutsche Telekom, ist auch Prof. Dr. Sabine Remdisch, Leiterin unseres Instituts für Performance Management der Leuphana Universität Lüneburg und Forschungsexpertin auf dem Gebiet des Führens und Arbeitens in der digitalen Welt, auf dem Podium vertreten. Anlass dieses Get-together ist die Studie „Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesundheit von Berufstätigen“, die im Auftrag der BARMER GEK in Kooperation mit der BILD am Sonntag und dem Projektpartner Deutsche Telekom von der Universität St. Gallen durchgeführt wurde und heute von Studienleiter Prof. Dr. Böhm präsentiert wird.

Prof. Dr. Sabine Remdisch (l.), Andrea Nahles (SPD), Dr. Christian P. Illek und Tom Drechsler (r.) diskutieren die gesundheitlichen Aspekte der digitalen Arbeitswelt
Prof. Dr. Sabine Remdisch (l.), Andrea Nahles (SPD), Dr. Christian P. Illek und Tom Drechsler (r.) diskutieren die gesundheitlichen Aspekte der digitalen Arbeitswelt

Ein erster relevanter Befund dieser Studie, für die im Juli und August dieses Jahres 8000 Beschäftigte in deutschen Unternehmen befragt wurden, ist, dass die Digitalisierung tatsächlich voll und ganz in der Berufswelt angekommen ist, und zwar quer durch alle Branchen und alle Altersgruppen. Bezogen auf die gesundheitlichen Auswirkungen der digitalisierten Arbeitswelt auf die Beschäftigten kommt die Studie im Kern zu dem Ergebnis, dass hier vor allem psychische Erschöpfung und Konflikte zwischen Arbeit und Familie zu messen sind.

Was lässt sich aus diesem Ergebnis und dem darauffolgenden spannenden Experten-Gespräch mitnehmen? Vor allem die Erkenntnis, dass die gesunde digitale Arbeitswelt ein Zukunftsthema ist, das zur positiven Entfaltung noch gute Konzepte braucht. Beschäftigte müssen lernen, dass die Digitalisierung nicht nur die Möglichkeit oder gar den Zwang zur ständigen Erreichbarkeit und somit Bereitschaft bedeutet, sondern dass „digitale Kompetenz“ insbesondere die Fähigkeit zum Abschalten beinhaltet; auch im digitalen Zeitalter sind Phasen der Erholung nötig. Der gelungene digitale Berufsalltag setzt nicht nur technische Kompetenzen hinsichtlich der Bedienung digitaler Tools voraus, sondern auch die Fähigkeit des selbstbestimmten Umgangs mit den immer wieder neuen Möglichkeiten digitaler Anwendungen. Allem voran sind hier auch die Führungskräfte gefragt, sich selbst und andere gesund in und durch die Digitalisierung zu führen und sich ihrer Position als Gesundheitsvorbild im Unternehmen bewusst zu sein. Die Gestaltung des gesundheitsförderlichen smarten Workplace 4.0 ist nicht nur ein heißes Thema für Podiumsdiskussionen, sondern ein ebenso brandaktuelles Forschungs- und Praxisfeld.

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