Wie können Mitarbeiter erfolgreich auf Distanz geführt werden?

Eine Studie der Leuphana Universität Lüneburg gibt erste Antworten

In Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung wachsen auch die Distanzen im Arbeitsalltag. Der persönliche Kontakt zum Vorgesetzten hat für viele Mitarbeiter erheblich abgenommen und das direkte Gespräch von Mensch zu Mensch wird durch E-Mail oder Telefon ersetzt. So existieren viele Arbeitsteams nur noch in einem virtuellen Raum, anstatt sich ein reales Büro zu teilen. Ein kurzes Lob für eine gute Arbeit oder ein schnelles informelles Gespräch auf dem Flur sind dann nicht mehr möglich. Die Führung findet auf Distanz statt und das stellt Führungskräfte und Mitarbeiter vor neue Herausforderungen.

Erste Ergebnisse einer Befragung machen deutlich, welche Kompetenzen Führungskräfte und Mitarbeiter mitbringen sollten und worauf bei der Führung auf Distanz besonders zu achten ist.

Grafik: 22 von 31 Führungskräften beurteilen die Führung auf Distanz als „viel schwerer“ oder „sehr viel schwerer“ als direkte Führung, nur zwei von 31 erleben sie „viel leichter“ oder „sehr viel leichter“

Es zeigt sich, dass die Führung auf Distanz von den Führungskräften mehrheitlich als deutlich schwieriger erlebt wird, als eine direkte Führung der Mitarbeiter. Um der besonderen Situation dennoch gerecht zu werden, ist es von besonderer Bedeutung, dass die Führungskraft eine hohe Medienkompetenz und ein sensibles Gespür für die Bedarfe und Probleme der Mitarbeiter besitzt. Die Mitarbeiter benötigen wiederum ein hohes Maß an Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein, was in der Regel einen insgesamt höheren Reifegrad des Mitarbeiters voraussetzt. Im konkreten Führungsverhalten muss zwischen der Beziehungsebene und der Informations- und Kommunikationsebene unterschieden werden.

Für die Umsetzung dieser Aspekte spielt das Führungsverständnis der einzelnen Führungskraft aber auch die Unternehmenskultur eine entscheidende Rolle.

In einer durch die EU geförderten wissenschaftlichen Studie des Instituts für Performance Management wird untersucht, wie Mitarbeiter erfolgreich auf Distanz geführt werden können. Dazu wurden zwischen Februar und September 2014 Führungskräfte und Mitarbeiter aus renommierten Unternehmen deutschlandweit befragt.

Die vollständigen Ergebnisse der Studie werden 2015 veröffentlicht.

Christian OttoChristian Otto

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am IPM

Digitaler Fingerabdruck:
„Die Digitalisierung verändert mehr als das Medium.“

1 Kommentar


  1. ·

    Ganz konkret ist es erfrischend zu sehen, dass virtual leadership ein Thema wird bzw. einen immer bedeutsameren Stellenwert einnimmt. Gerade in projektförmigen Umgebungen wird Führung auf Distanz „tägliches Brot“ – dazu allerdigs bedarf es entscheidender Kompetenzen, die es zu entwickeln gitl.

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